openaxs - fiber connection for everyone

Eine einzige Kabelinfrastruktur deckt alle künftigen Kommunikationsbedürfnisse ab

Der Leitfaden «Vernetzung von Wohnungen» liefert einen wichtigen Beitrag zu einer offenen, stabilen und kostengünstigen Telekommunikationsinfrastruktur in der Schweiz. Unter der Leitung von openaxs haben Fachleute aus 15 führenden Branchenunternehmen den Leitfaden erarbeitet. Projektleiter und openaxs-Vorstandsmitglied Peter Zbinden fasst die wichtigsten Erkenntnisse zusammen.

Herr Zbinden, Sie haben im Namen von openaxs einen Leitfaden zur «Vernetzung von Wohnungen» herausgegeben. Was bezwecken Sie damit?
Peter Zbinden: Neue Telekommunikationsdienstleistungen stellen neue Anforderungen an die Anschlüsse von PC, Fernseher, Tablet etc. in der Wohnung. Um solche Geräte sicher verbinden zu können, muss die Kabelinfrastruktur angepasst werden. Mit dem Leitfaden zeigen wir auf, wie Hauseigentümer, Architekten, Planer oder Bewohnerinnen und Bewohner diese Herausforderung kostengünstig und zukunftsorientiert angehen können.

Können Sie diese Herausforderungen noch etwas präzisieren?
Zbinden: Im Wesentlichen geht es um deren drei. Erstens muss die notwendige Flexibilität geschaffen werden, damit die verschiedenen Endgeräte in den verschiedenen Räumen sichere und stabile Netzverbindungen haben. Zweitens basieren immer mehr dieser Verbindungen auf einem IP-Standard. Wo das noch nicht der Fall ist, gibt es z. B. für Fernseher Set-Top-Boxen, die das Signal entsprechend umwandeln. Drittens erfordern die verschiedenen Dienstleistungen immer mehr Bandbreite für den Download und den Upload.

Benötige ich in jedem Zimmer Dosen für Kupfer-, Koaxial- und Glasfaserkabel, damit ich die verschiedenen Endgeräte überall in der Wohnung flexibel nutzen kann?
Zbinden: Nein. Hier zeigen wir in unserem Leitfaden auf, dass eine einzige Kabelinfrastruktur genügt.

Wie ist das möglich?
Zbinden: Wir empfehlen, dass alle Zimmer ausgehend von einem zentralen Verteilerpunkt, dem sogenannten Wohnungsverteilerkasten, erschlossen werden. Dazu genügt in jedem Zimmer ein Ethernet-Anschluss. Für weitergehende Bedürfnisse können vom Verteilerkasten aus verschiedene Leerrohre gezogen werden, in die Kabel für Lautsprecher oder Gebäudesteuerungen verlegt werden. Zusätzlich empfehlen wir WLAN zu installieren, da heute viele Endgeräte wie Smartphones oder Tablets primär über diese Schnittstelle kommunizieren.

Benötige ich für die neuen Bandbreitenbedürfnisse unbedingt Glasfasern in der Wohnung?
Zbinden: Die Distanzen in der Wohnung sind kurz. Für breitbandige Anschlüsse empfehlen wir eine feste Verbindung über ein Kabel, da dies in Bezug auf Störeinflüsse, Abstrahlung, Bandbreite und Abhörbarkeit einem WLAN überlegen ist. Die Kabelverbindung kann auf Kupfer, polymeroptischen Fasern (POF oder Kunststofffasern) oder Glasfasern beruhen. Die Wahl hängt von den Bedürfnissen des Bewohners, aber auch von den Voraussetzungen in der Wohnung ab. Beispielsweise können optische Fasern (Glasfasern oder POF) im Stromrohr verlegt werden. Für Kupfer- oder Koaxialkabel ist dies nicht zulässig. Der Leitfaden fasst die Eigenschaften der verschiedenen Medien zusammen.

Weshalb engagiert sich der Verband openaxs für die Heimverkabelung?
Zbinden: Sie ist eine zentrale Voraussetzung dafür, dass der Kunde die volle Wahlfreiheit zwischen verschiedenen Dienstanbietern hat. Über den zentralen Wohnungsverteilerkasten kann jeder Anbieter seine Dienste transportieren, unabhängig davon, ob das Signal über Kupferkabel, Koaxialkabel oder Glasfaserkabel ins Haus und in die Wohnung geführt wird.

Welcher Nutzen ergibt sich dadurch für die verschiedenen Zielgruppen des Leitfadens?
Zbinden: Bewohner von Wohnungen können genauso wie Gewerbetreibende den Dienstanbieter auswählen, der ihre Bedürfnisse am besten abdeckt. Sie sind also nicht abhängig von einem Monopolisten. Wohnungseigentümer können Attraktivität und Wert ihrer Immobilie steigern und diese besser vermieten; speziell auch Büroräume. Gemeinden schliesslich können mehr Gewerbe ansiedeln, gleichzeitig die Heimarbeit erleichtern und somit das Verkehrsaufkommen eindämmen. Daraus ergeben sich Vorteile für die Gemeindefinanzen und die Lebensqualität.

Somit ist eine möglichst gute Telekom-Infrastruktur für Gemeinden von hoher Priorität?
Zbinden: Der Verband openaxs versucht den Gemeinden den vielfältigen Mehrwert auszuzeigen, der aus einer guten Telekom-Infrastruktur entsteht. Die Gemeinden tun gut daran, selber auf diesem Gebiet aktiv zu werden. Oft sind sie sogar prädestiniert dafür, da sie Beteiligungen an lokalen Elektrizitätsversorgern oder Kabelnetzbetreibern haben.

Der Leitfaden ist recht umfangreich. Muss jeder Mieter sämtliche Kapitel lesen, um die wichtigsten Informationen zu erhalten?
Zbinden: Nein. Zur einfacheren Vermittlung des Leitfadens haben wir für die drei wichtigsten Zielgruppen des Leitfadens je ein zweiseitiges Faktenblatt erstellt. Kurz und bündig. Die Faktenblätter sind wie der Leitfaden auf der Website von openaxs zu finden.