Was die Marktliberalisierung und die Energiewende
für Energieversorger bedeutet, weiss Susanne Treptow aus erster Hand. Als
Geschäftsführerin der Energiewerke Hameln musste sie sich der Entwicklung
bereits vor 10 Jahren stellen. Heute sind ihre Stadtwerke im
Transformationsprozess weit fortgeschritten. Ein Lehrstück für Schweizer
Energieversorger.
Über zehn Jahre Erfahrung im liberalisierten Energiemarkt verfügt Treptow bereits. Das bedeutet: Sie kann mit einer kritischen Distanz auf den Wandel zurückblicken, den sie mit ihren Stadtwerken Hameln mitgemacht hat. Bis zur Marktliberalisierung von Gas und Strom haben sich die Stadtwerke Hameln gemäss Treptow ausschliesslich mit ihrer eigenen Stadt beschäftigt: den Bedürfnissen der Bürgerinnen und Bürger, dem Unterhalt der Infrastruktur. Als die Liberalisierung kam, mussten sie feststellen, dass ihre Strompreise im freien Markt nicht konkurrenzfähig waren. Also mussten sie Kosten reduzieren, Lieferanten wechseln und Investitionen runterfahren. Treptows Hoffnung zu dieser schwierigen Zeit: «Wenn man klein ist und klar im Kopf, Ideen hat und sich schnell bewegt, kann man bestehen im wandelnden Markt.» Und so war es denn auch. Nach einer Konsolidierungs- und Konzentrationsphase von rund vier Jahren waren die Stadtwerke Hameln bereit, nach vorwärts zu schauen und neue strategische Partnerschaften einzugehen – um Ertragsausfälle zu kompensieren und die Marktanteile wieder zu steigern. Die Marktliberalisierung hat den Blickwinkel der Stadtwerke geweitet, weit über die Stadt hinaus. Die Stadwerke bauten Beteiligungen und Kooperationen auf, um neue Geschäftsfelder zu erschliessen. Konsequent nutzten sie jede Wachstumschance. Sie initiierten und gründeten in der Nachbarschaft die Stadtwerke Springe und Weserbergland, bewarben sich bei neuen Konzessionsvergaben und steigerten den Umsatz im letzten Jahr erstmals über die 100-Millionen-Grenze. Während sie im Hameler Stadtgebiet 3 ’ 300 Kunden verloren, zehn Prozent der einstmaligen Kunden, gewannen sie ausserhalb der Stadt 20 ’ 000 neue Kunden hinzu. Das ergibt unter dem Strich einen satten Zuwachs. Dabei profitierten sie vom eher schlechten Ruf der grossen Energieversorger auf dem Lande. Viele Leute waren froh, zu einem Kleinunternehmen zu wechseln, zu dem sie Vertrauen haben – allein schon wegen dem volksnahen Namen «Stadtwerke». Aber selbst für die Stadtwerke Hameln ist der Transformationsprozess noch nicht zu Ende. Die Energiewende steht noch bevor, dringlicher sogar als in der Schweiz. Es gilt, die Kernkraftenergie bis 2025 zu ersetzen – und vorgängig einen sogenannten Kapazitätsmarkt aufzubauen. Dabei müssen die Stadtwerke neue Wege finden, um selber noch mehr erneuerbare Energie zu erzeugen und die Prozesse zwischen Energieerzeugung, -verteilung und -verbrauch besser zu steuern. Und schliesslich gilt es den Kundennutzen herauszuarbeiten, den die neue Energiewelt mit sich bringen soll, was bei einem homogenen Gut wie Strom schwierig ist. Eine Herausforderung, die Schweizer Energieversorgern bekannt sein dürfte.
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