Es eröffnet den Reigen der Conference-Referenten Sven Gábor Jánszky, einer der derzeit innovativsten Trendforscher Deutschlands und ein hoch dekorierter Kongressredner. Sein Thema: Wie wir in Zukunft leben. Und wie diese Lebensweise künftige Geschäftsmodelle beeinflusst.
Wir schreiben den 21. August 2020. Im Schlafzimmer: Der 3-D-Wecker läutet den Morgen ein. An der Wand: Eine Tapete bringt sachte Licht in den Raum, anstelle von Lampen. Die Tapete ist auch ein grosser interaktiver Touchscreen. Darauf zu sehen: Beispielsweise die aktuellen Börsenkurse. Weil ich diese betrachte, schaltet sich mein Finanzberater zu: “Kaufen oder verkaufen?“ Ein kurzes Beratungsgespräch, wenn ich mag. Über einen anderen Bildschirm sehe ich die drei möglichen Routen zur Arbeit – und die entsprechenden Stauangaben dazu. Wann muss ich los?
“In 2020 warten die Geräte nicht mehr darauf, dass wir etwas eingeben. Sie beobachten uns, entwerfen unser Bedürfnisprofil, machen uns entsprechende Angebote, die wir entweder ablehnen oder annehmen können“, sagt Jánszky. Und fährt fort: “‚Was kommt nach den Tablets?’, werde ich oft gefragt. Die Antwort: ‚Chips werden dort eingebaut, wo sie im Alltag Sinn machen: Zugsitze, Autos, Tapeten…’“
Anzug, Hemd und Krawatte
Weiter ins Badezimmer: Der Spiegel erkennt mich, wenn ich davor stehe. Er erkennt auch die Dinge, die ich davor halte. Beispielsweise: Anzug, Hemd und Krawatte. Passen sie zusammen? Ich könnte auch meine Frau fragen, kriege die zuverlässige Antwort aber auch vom Spiegel, der intelligent geworden ist. Und von dieser Empfehlung ist es nicht mehr weit bis zum Geschäftsmodell, zum Kauf meiner individuellen Herrenmode – an welchem auch die Telekommunikationsfirmen partizipieren werden, welche beispielsweise über den Spiegel die Verbindung herstellen.
Und es geht noch weiter: Geräte werden im Jahr 2020 unsere Bedürfnisse nicht nur kennen, weil sie uns beobachten, sondern weil sie unsere Gedanken lesen können. Jánszky bittet eine Versuchsperson auf die Bühne und setzt ihr eine Art Kopfhörer auf, ein Headset, welches sich mit den Gehirnwellen verbindet – und darin Muster erkennt. Auf dem Bildschirm sieht man die Gehirntätigkeit der Versuchsperson. Jánszky bittet die Versuchsperson zunächst, während 8 Sekunden nichts zu denken. Danach soll sie acht Sekunden gedanklich versuchen, einen Würfel, den sie auf dem Monitor vor sich sieht, nach links zu drehen. Während der Würfel im ersten Fall an Ort bleibt, bewegt er sich im zweiten Fall tatsächlich nach links.
Ohne Zugang keine Zukunftschancen
„Die Dinge, die uns umgeben, werden zu unseren intelligenten, lernfähigen Assistenten“, sagt Jánszky. „Diese Assistenten werden Entscheidungen zielführender fällen, als wir sie je selber fällen könnten.“
Und dies wiederum stellt unser Leben auf den Kopf, aber auch die Wirtschaft. Konkret: Firmen müssen sich darauf vorbereiten, dass die Technologie künftige Kaufentscheidungen von Menschen nicht nur beeinflusst, sondern sie auch trifft. Das gilt für Firmen, die Herrenmode verkaufen, genauso wie für Telekommunikationsfirmen oder Energieversorger. Und wer an dieser Welt im Jahr 2020 noch teilhaben will, sei es als Bürger oder als Unternehmer, ist auf eine zukunftsfähige Infrastruktur angewiesen – auf Glasfasernetze, die den Zugang zu den intelligenten Assistenten gewährleisten, unsere Entscheider der Zukunft. Eine Gemeinde, so Jánszky, die ihren Bürgern und Unternehmen diesen Zugang nicht ermöglicht, beraubt sie ihrer Zukunftschancen.
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